Franchise werden mit Haus des Döners bedeutet, als rechtlich und wirtschaftlich selbstständige Unternehmerin oder selbstständiger Unternehmer die Marke, das Konzept und das Standardsortiment von Haus des Döners zu nutzen. Haus des Döners ist seit 2019 ein Franchise-System, hat mittlerweile mehr als 180 Filialen und ist markenweit halal-zertifiziert. Konkrete Angaben zu Einstiegsgebühr, Investitionssumme oder Vertragslaufzeiten sind öffentlich nicht dokumentiert.
Was bedeutet Franchising überhaupt?
Franchising ist ein partnerschaftliches Vertriebssystem zwischen zwei rechtlich und wirtschaftlich selbstständigen Parteien: dem Franchisegeber und der Franchisenehmerin bzw. dem Franchisenehmer. Der Franchisegeber stellt Marke, Konzept und Know-how zur Verfügung, die Franchisenehmerin oder der Franchisenehmer nutzt dieses Paket gegen Gebühr und baut damit einen eigenen Betrieb auf.
Definition und Grundprinzip
Ein eigenes Franchisegesetz gibt es in Deutschland nicht. Die Rechte und Pflichten beider Seiten ergeben sich aus dem individuellen Franchisevertrag, dem allgemeinen Zivilrecht und einer umfangreichen Rechtsprechung der Oberlandesgerichte. Der Deutsche Franchiseverband e. V. beschreibt Franchising als kooperatives System, in dem die Franchisenehmerin oder der Franchisenehmer gegen Gebühr Marke, Konzept und Know-how nutzen darf.
Franchisegeber und Franchisenehmer – Rollen und Verantwortung
Wichtig für dein Verständnis: Franchisenehmerinnen und Franchisenehmer sind keine Angestellten der Marke. Sie tragen als eigenständige Unternehmerinnen und Unternehmer das unternehmerische Risiko selbst, erhalten dafür aber Unterstützung bei Markenauftritt, Konzept und häufig auch bei Standortwahl und Einkauf.
Wie groß ist die Franchisewirtschaft in Deutschland?
Franchising ist in Deutschland ein etablierter Teil der Wirtschaft: Der Deutsche Franchiseverband beziffert den Gesamtumsatz der deutschen Franchisewirtschaft für 2024 auf rund 149,2 Milliarden Euro bei etwa 193.920 aktiven Franchisebetrieben und rund 148.577 Franchisepartnerinnen und -partnern. Die Gastronomie macht davon einen relevanten Teil aus: Ihr Anteil an der gesamten Franchisewirtschaft liegt laut dieser Statistik bei rund 20 Prozent. Diese Zahlen stammen aus einer verbandseigenen Erhebung und beziehen sich auf die gesamte deutsche Franchisewirtschaft, nicht speziell auf Haus des Döners.
So läuft eine Franchise-Gründung in der Gastronomie typischerweise ab
Der Weg zur eigenen Franchise-Filiale folgt in der Regel einem ähnlichen Muster, unabhängig vom konkreten System. Die folgenden Phasen geben dir eine allgemeine Orientierung.
Informations- und Auswahlphase
Am Anfang steht die Informationsphase: Du vergleichst Systeme, nimmst Kontakt zur Zentrale auf und prüfst, ob das Konzept zu dir passt. Danach folgt meist die Prüfung der vorvertraglichen Unterlagen, etwa Franchisehandbuch und Musterverträge, teilweise ergänzt durch den Besuch eines bereits bestehenden Betriebs des jeweiligen Systems.
Finanzierung und Bankgespräch
Parallel zur Informationsphase klärst du üblicherweise deine Finanzierung: Wie viel Eigenkapital bringst du mit, und welchen Anteil deckt ein Bankkredit? Banken bewerten geprüfte Franchise-Konzepte bei der Kreditvergabe tendenziell günstiger als komplett eigenständige Gründungsideen, weil ein etabliertes System als geringeres Risiko gilt. Das ersetzt aber nicht deine eigene Prüfung der Wirtschaftlichkeit.
Vertrag, Aufklärungspflicht und rechtliche Grundlagen
Franchisegeber trifft nach ständiger Rechtsprechung eine vorvertragliche Aufklärungspflicht: Sie müssen ihr System nicht erfolgreicher darstellen, als es tatsächlich ist, und realistische Angaben etwa zur Rentabilität machen. Diese Pflicht wurde unter anderem durch ein Urteil des Oberlandesgerichts München bestätigt. Trotzdem bleibt die Franchisenehmerin oder der Franchisenehmer eigenverantwortlich – der Franchisegeber ist kein Existenzgründungsberater.
Kostenstruktur: Einstiegsgebühr, laufende Gebühr und Investitionssumme
Die Kosten einer Franchise-Gründung setzen sich grundsätzlich aus drei Bausteinen zusammen: einer einmaligen Einstiegs- oder Eintrittsgebühr für das Nutzungsrecht am Konzept, einer laufenden, oft umsatzabhängigen Franchisegebühr für die fortlaufende Unterstützung durch die Zentrale sowie der eigentlichen Investitionssumme für Ladenbau, Ausstattung und Erstwareneinsatz. Wie hoch diese drei Posten bei Haus des Döners konkret ausfallen, ist aktuell nicht öffentlich dokumentiert – allgemeine Branchenzahlen anderer Systeme lassen sich nicht auf Haus des Döners übertragen.
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Franchise im Vergleich zur eigenständigen Gründung
Ob Franchise oder komplett eigenständige Gründung besser zu dir passt, hängt von deinen persönlichen Zielen ab. Beide Wege haben Vor- und Nachteile, die du gegeneinander abwägen solltest.
Vorteile einer Franchise-Partnerschaft
Häufig genannte Vorteile sind ein bereits geprüftes und etabliertes Geschäftsmodell, eine bestehende Markenbekanntheit sowie Unterstützung bei Marketing, Einkauf und Standortwahl durch die Zentrale. Banken vergeben Kredite für geprüfte Franchise-Konzepte tendenziell leichter als für vollkommen eigenständige Gründungsideen.
Risiken und worauf du achten solltest
Dem stehen typische Nachteile gegenüber: eine eingeschränkte unternehmerische Freiheit durch Vorgaben zu Produkten, Preisen und Markenauftritt, laufende Lizenz- und Werbegebühren sowie eine gewisse Abhängigkeit von der Systemzentrale. Zur Erfolgsquote von Franchise-Gründungen im Vergleich zu unabhängigen Gründungen gibt es unterschiedliche, teils ältere Studien mit uneinheitlicher Methodik. Aktuelle, unabhängig geprüfte Vergleichszahlen für Deutschland liegen nicht vor – ein pauschales Erfolgs- oder Sicherheitsversprechen lässt sich daraus nicht ableiten.
Besonderheiten eines Döner-Franchise-Konzepts
Ein Döner-Franchise bringt neben den allgemeinen Franchise-Themen zwei fachliche Besonderheiten mit: die rechtliche Kennzeichnung des Produkts und die Frage der Halal-Zertifizierung.
Rechtliche Kennzeichnung: Was darf sich „Döner Kebab““ nennen?
Die Bezeichnung „Döner Kebab““ ist in Deutschland über die Leitsätze für Fleisch- und Fleischerzeugnisse des Deutschen Lebensmittelbuchs klar umrissen. Ausgangsmaterial sind dünne Scheiben von Rind-, Kalb-, Schaf- oder Lammfleisch auf einem Drehspieß, dabei ist ein Hackfleischanteil von maximal 60 Prozent zulässig. Bei Hähnchen- oder Puten-Döner gilt zusätzlich ein maximaler Hautanteil von 18 Prozent. Werden diese Vorgaben nicht eingehalten, darf ein Produkt nicht als „Döner Kebab““ bezeichnet werden – ein Verstoß kann als Irreführung eingestuft werden. Die Leitsätze sind zwar kein Gesetz im engeren Sinn, aber über das lebensmittelrechtliche Irreführungsverbot rechtlich relevant und werden von den Lebensmittelüberwachungsämtern der Länder kontrolliert.
Halal und Zertifizierung – was du wissen solltest
In Deutschland gibt es keine gesetzliche Pflicht zur Halal-Zertifizierung von Lebensmitteln und keine einheitliche staatliche Zertifizierungsstelle. Stattdessen vergeben mehrere private, religiös geprägte Prüfstellen Zertifikate nach eigenen Standards. Ein Halal-Zertifikat ist damit eine freiwillige Bescheinigung, keine staatliche Zulassung. Haus des Döners ist halal-zertifiziert; die Zertifizierung gilt für alle Filialen der Marke.
Franchise werden mit Haus des Döners
Häufig gestellte Fragen zum Franchise-System von Haus des Döners
Was bedeutet es, Franchisenehmerin oder Franchisenehmer zu werden?
Du wirst rechtlich und wirtschaftlich selbstständige Unternehmerin oder selbstständiger Unternehmer und nutzt gegen Gebühr Marke, Konzept und Know-how eines Franchisegebers. Du bist dabei nicht angestellt, sondern trägst das unternehmerische Risiko deines Betriebs selbst.
Was ist der Unterschied zwischen Einstiegsgebühr und laufender Franchisegebühr?
Die Einstiegsgebühr ist eine einmalige Zahlung für das Nutzungsrecht am Konzept zu Beginn der Partnerschaft. Die laufende Franchisegebühr wird während der gesamten Vertragslaufzeit gezahlt, oft umsatzabhängig, und finanziert die fortlaufende Unterstützung durch die Zentrale.
Muss ich als Franchisenehmerin oder Franchisenehmer eigenes Kapital mitbringen?
Neben der Einstiegsgebühr fällt in der Regel eine Investitionssumme für Ladenbau, Ausstattung und Erstwareneinsatz an. Diese Investitionssumme ist üblicherweise deutlich höher als die reine Einstiegsgebühr und wird meist über eine Mischung aus Eigenkapital und Bankfinanzierung gedeckt.
Ist Franchise sicherer als eine komplett eigenständige Gründung?
Ein geprüftes Konzept und Unterstützung durch die Zentrale können Vorteile gegenüber einer eigenständigen Gründung bieten. Belastbare, aktuelle und unabhängige Erfolgsquoten für Franchise-Gründungen in Deutschland sind jedoch nicht verfügbar, sodass sich daraus kein pauschales Sicherheitsversprechen ableiten lässt.
Ist eine Halal-Zertifizierung in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben?
Nein. Es gibt in Deutschland keine gesetzliche Pflicht zur Halal-Zertifizierung und keine einheitliche staatliche Zertifizierungsstelle. Halal-Zertifikate werden von privaten, religiös geprägten Prüfstellen freiwillig vergeben.
Was unterscheidet einen „Döner Kebab“ rechtlich von einem „Drehspieß“?
Die Bezeichnung „Döner Kebab“ ist an konkrete Vorgaben gebunden, unter anderem an die verwendeten Fleischsorten und einen maximalen Hackfleischanteil von 60 Prozent. Werden diese Vorgaben nicht eingehalten, muss ein Produkt anders bezeichnet werden, zum Beispiel als „Drehspieß“.
